Oft ist der Steuerberater, der Sie laufend betreut (also Ihr „Haussteuerberater“), der erste Ansprechpartner in sämtlichen Steuersachen. Selbst wenn Ihr Steuerberater ein Experte auf dem Gebiet des Steuerstrafrechts und in Sachen Selbstanzeige ist, ist es – zumindest bei Dauersachverhalten – ratsam, die Möglichkeit einer strafbefreienden Selbstanzeige nicht mit ihm zu besprechen

Warum sollte eine Selbstanzeige nicht mit Ihrem Steuerberater besprochen werden?

Soweit Steuerberater mit der umfassenden steuerlichen Beratung bevollmächtigt sind, sind sie – sobald sie von einer Steuerstraftat ihres Mandanten Kenntnis erlangen – verpflichtet, diesen auf die Möglichkeit einer strafbefreienden Selbstanzeige hinzuweisen. Unterlässt der Steuerberater dies, kann dies Schadensersatzansprüche auslösen. Eine Pflicht, den Mandanten zur Selbstanzeige zu bewegen, besteht jedoch nicht.

Weist der Steuerberater den Mandanten auf die Möglichkeit der strafbefreienden Selbstanzeige hin und entscheidet sich der Mandant – aus welchen Gründen auch immer – gegen eine Selbstanzeige, so muss der Steuerberater sein Mandat niederlegen, wenn es sich um Dauersachverhalte handelt, die auch künftig verschwiegen werden sollen. Andernfalls macht sich der Steuerberater durch die Mitwirkung an künftigen Steuererklärungen wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung strafbar.

In einem solchen Fall wird ein Mandant kaum ergebnisoffen mit seinem Berater die Möglichkeit der strafbefreienden Selbstanzeige besprechen können. Denn ein Steuerberater müsste sein Mandat umgehend niederlegen, wenn z.B. zwischen Mandant und Steuerberater die Möglichkeit der strafbefreienden Selbstanzeige wegen eines unversteuerten ausländischen Depots erörtert wurde und der Mandant sich gegen eine Selbstanzeige entscheidet.

Vermeiden Sie eine missliche Situation für Sie und Ihren Steuerberater

Will man eine solche Sachlage vermeiden, ist es deshalb ratsam, die Möglichkeit einer Selbstanzeige nicht mit seinem „Haussteuerberater“ zu besprechen. Wollen Sie das Risiko vermeiden, dass ihr Steuerberater das Mandat niederlegen muss, sollten Sie deshalb die Selbstanzeige mit einem „externen“ Experten besprechen. Denn mit der Niederlegung seiner Tätigkeit ist meistens weder dem Steuerberater noch dem Mandanten geholfen: der Mandant muss sich einen neuen Steuerberater suchen und der bisherige Steuerberater verliert einen seiner Mandanten.

Sind Sie möglicherweise in der Situation, dass eine strafbefreiende Selbstanzeige erstellt werden muss bzw. sollte? Sprechen Sie uns gerne an.

Übrigens: Beziehen sich die unrichtigen oder unvollständigen Angaben hingegen ausschließlich auf die Vergangenheit, besteht hingegen keine rechtliche Verpflichtung des Steuerberaters, das Mandatsverhältnis zu beenden. Dann können und sollten Sie die Situation zunächst mit Ihrem Steuerberater als ersten Ansprechpartner besprechen.