Besprechen Sie eine Selbstanzeige nicht mit Ihrem Steuerberater!

Oft ist der Steuerberater, der Sie laufend betreut (also Ihr „Haussteuerberater“), der erste Ansprechpartner in sämtlichen Steuersachen. Selbst wenn Ihr Steuerberater ein Experte auf dem Gebiet des Steuerstrafrechts und in Sachen Selbstanzeige ist, ist es – zumindest bei Dauersachverhalten – ratsam, die Möglichkeit einer strafbefreienden Selbstanzeige nicht mit ihm zu besprechen

Warum sollte eine Selbstanzeige nicht mit Ihrem Steuerberater besprochen werden?

Soweit Steuerberater mit der umfassenden steuerlichen Beratung bevollmächtigt sind, sind sie – sobald sie von einer Steuerstraftat ihres Mandanten Kenntnis erlangen – verpflichtet, diesen auf die Möglichkeit einer strafbefreienden Selbstanzeige hinzuweisen. Unterlässt der Steuerberater dies, kann dies Schadensersatzansprüche auslösen. Eine Pflicht, den Mandanten zur Selbstanzeige zu bewegen, besteht jedoch nicht.

Weist der Steuerberater den Mandanten auf die Möglichkeit der strafbefreienden Selbstanzeige hin und entscheidet sich der Mandant – aus welchen Gründen auch immer – gegen eine Selbstanzeige, so muss der Steuerberater sein Mandat niederlegen, wenn es sich um Dauersachverhalte handelt, die auch künftig verschwiegen werden sollen. Andernfalls macht sich der Steuerberater durch die Mitwirkung an künftigen Steuererklärungen wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung strafbar.

In einem solchen Fall wird ein Mandant kaum ergebnisoffen mit seinem Berater die Möglichkeit der strafbefreienden Selbstanzeige besprechen können. Denn ein Steuerberater müsste sein Mandat umgehend niederlegen, wenn z.B. zwischen Mandant und Steuerberater die Möglichkeit der strafbefreienden Selbstanzeige wegen eines unversteuerten ausländischen Depots erörtert wurde und der Mandant sich gegen eine Selbstanzeige entscheidet.

Vermeiden Sie eine missliche Situation für Sie und Ihren Steuerberater

Will man eine solche Sachlage vermeiden, ist es deshalb ratsam, die Möglichkeit einer Selbstanzeige nicht mit seinem „Haussteuerberater“ zu besprechen. Wollen Sie das Risiko vermeiden, dass ihr Steuerberater das Mandat niederlegen muss, sollten Sie deshalb die Selbstanzeige mit einem „externen“ Experten besprechen. Denn mit der Niederlegung seiner Tätigkeit ist meistens weder dem Steuerberater noch dem Mandanten geholfen: der Mandant muss sich einen neuen Steuerberater suchen und der bisherige Steuerberater verliert einen seiner Mandanten.

Sind Sie möglicherweise in der Situation, dass eine strafbefreiende Selbstanzeige erstellt werden muss bzw. sollte? Sprechen Sie uns gerne an.

Übrigens: Beziehen sich die unrichtigen oder unvollständigen Angaben hingegen ausschließlich auf die Vergangenheit, besteht hingegen keine rechtliche Verpflichtung des Steuerberaters, das Mandatsverhältnis zu beenden. Dann können und sollten Sie die Situation zunächst mit Ihrem Steuerberater als ersten Ansprechpartner besprechen.

Durchsuchung – So verhalten Sie sich richtig!

Eine Durchsuchung Ihrer privaten Räume oder Ihrer Büroräume stellt eine Sondersituation dar. Nicht selten werden in einer solchen Situation Handlungen vorgenommen, aus denen später rechtliche Nachteile resultieren. Dies ist unbedingt zu vermeiden. Beachten Sie deshalb die folgenden Verhaltensempfehlungen.

So verhalten Sie sich bei einer Durchsuchung

Zunächst gilt Folgendes:

  1. Bewahren Sie Ruhe.
  2. Verweigern Sie die Aussage! Geben Sie keine Erklärungen zur Sache ab. Bestreiten Sie auch nichts. Sagen Sie – außer zur eigenen Person – einfach nichts bzw. dass Sie keine Aussagen tätigen werden. Vermeiden Sie scheinbar harmlose Unterhaltungen mit den Durchsuchungsbeamten.
  3. Vermeiden Sie Konfrontationen mit den Beamten vor Ort.
  4. Vernichten Sie nichts und löschen Sie auch nichts.
  5. Rufen Sie einen Strafverteidiger an. In Eilfällen sind wir stets unter unserer 24h-Notfallrufnummer 0211 – 924 12 005 erreichbar. Sie dürfen telefonieren! Eine gesetzliche Grundlage für ein Telefonverbot gibt es nicht.
  6. Bitten Sie den Leiter der Durchsuchung mit der Durchsuchug zu warten bis Ihr Strafverteidiger vor Ort ist.

Verhaltensregeln wenn der Verteidiger nicht vor Ort ist

Falls der Leiter der Durchsuchung nicht zuwartet bis der Verteidiger vor Ort ist, sollten folgende Verhaltensregeln beachtet werden:

  • Notieren Sie die Namen, Dienststellung und Dienstbehörde der Beamten.
  • Fordern Sie eine Kopie des Durchsuchungsbeschlusses. Falls kein Durchsuchungsbeschluss vorliegt, forden Sie eine Erklärung über Gründe und Ziele der Durchsuchung.
  • Keine freiwillige Herausgabe von Unterlagen: Bestehen Sie auf eine Beschlagnahme!
  • Lassen Sie die Beamten nicht allein.
  • Verlangen Sie eine Ausfertigung der Dokumentation der mitgenommenen Gegenstände. Die Duchsuchungsbeamten müssen genau dokumentieren, was sie mitnehmen. Die mitgenommenen Gegenstände müssen genau identifiziert werden können.
  • Wenn Sie versuchen, die Beamten von bestimmten Ermittlungen abzuhalten, verursacht dies oft eben gerade diese Ermittlungen.
  • Erstellen Sie nach der Durchsuchung ein Gedächtnisprotokoll.

Durchsuchung des Büros bzw. der Firma

Gerade bei der Durchsuchung von Büros bzw. der Firma kann es zu langfristigen Beeinträchtigungen des Geschäftsbetriebes kommen, z.B. weil Computer oder wichtige Geschäftsunterlagen beschlagnahmt werden.

  • Untersagen Sie Vernehmungen Ihrer Mitarbeiter. Dies ist vom Durchsuchungsbeschluss nicht umfasst und darf nur mit Willen des Hausrechtsinhabers erfolgen. Auch Mitarbeiter sollten keine Angaben gegenüber den Beamten machen.
  • Bieten Sie den Durchsuchungsbeamten einen Arbeitsplatz in einem Raum ohne Publikumsverkehr an.
  • Der Mitnahme von Computern und wichtigen Schriftstücken widersprechen. Verweisen Sie auf die Möglichkeit der Spiegelung der Dateien bzw. das Kopieren der Papiere. Sonst besteht das Risiko, über einen längeren Zeitraum keinen Zugriff auf wichtige Dateien, Programme oder Unterlagen zu haben.